„Komm, wir gehen für unser Volk!“

sagte Edith Stein 1942 zu ihrer Schwester Rosa bei ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten. Am 9. August 1942 erlitt sie im Konzentrationslager Auschwitz den Märtyrertod. Vor genau 75 Jahren ging die Christin für ihr jüdisches Volk ins Martyrium.

Aus diesem Anlass feierten wir, zusammen mit Pastor Jürgen Wätjer und der evangelischen Pastorin Mareile Rösner, den ökumenischen Gottesdienst in der Edith-Stein-Kirche. Auf diese Weise gedachten wir der Patronin dieses Gotteshauses im Stadtteil Neu-Allermöhe.

Die Feier wurde in drei Stationen aufgebaut, die auf drei Wendepunkte im Leben von Edith Stein hindeuteten:
1. Auf dem Edith-Stein-Platz: Edith Stein trifft die Entscheidung, sich katholisch taufen zu lassen (1922);
2. Im Vorraum der Edith-Stein-Kirche: Edith Stein tritt ins Kloster der Karmelitinnen in Köln ein (1933) und wählt den Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz;
3. In der Kirche: Martyrium.

Die Feier wurde mit den Schriftlesungen, mit den Biografie-Lesungen und mit Musik gestaltet. Nach dem Gebet des Herrn, Vaterunser, und dem Segen wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Innenhof der Katholischen Kindertagesstätte Edith Stein zum Empfang bei Brot und Wein eingeladen. Dort setzten wir die Feierlichkeiten beim schönen Wetter fort.


Edith Stein wurde am 12.10.1891 in Breslau geboren. Diese Jüdin studiert zunächst Philosophie in Breslau und Göttingen. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt sie mit dem christlichen Glauben in Berührung. Nun entdeckt sie: „Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht“. 1922 lässt sie sich taufen, 1933 tritt sie in den Kölner Karmel ein und wählt den Namen Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz als ihren Ordensnamen. 1942 wird sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo sie am 9. August zusammen mit anderen katholischen Juden ermordet wird. 1987 wird sie von Papst Johannes Paul II. selig- und 1998 heiliggesprochen, 1999 zur Mit-Patronin Europas erhoben.


Die Feier am 9. August 2017: